Tageslosung

Donnerstag, 19. Mai 2022
Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, hat er sein Erbarmen im Zorn verschlossen?
Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden.

Predigten

Predigt am 1.2.2015, Mt 20,1-16

Predigt zu Mt. 20,1-16 am 16.2.2003 (Septuagesimae)

Liebe Gemeinde!
Der Predigttext, zugleich Evangelium für den heutigen Sonntag steht bei Mt 20,1-16
Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg
Denn das Himmelreich gleicht einem Hausherrn, der früh am Morgen ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. Und als er mit den Arbeitern einig wurde über einen Silbergroschen als Tagelohn, sandte er sie in seinen Weinberg. Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere müßig auf dem Markt stehen und sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg; ich will euch geben, was recht ist. Und sie gingen hin. Abermals ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat dasselbe. Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere und sprach zu ihnen: Was steht ihr den ganzen Tag müßig da? Sie sprachen zu ihm: Es hat uns niemand eingestellt. Er sprach zu ihnen: Geht ihr auch hin in den Weinberg. Als es nun Abend wurde, sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter und gib ihnen den Lohn und fang an bei den letzten bis zu den ersten. Da kamen, die um die elfte Stunde eingestellt waren, und jeder empfing seinen Silbergroschen. Als aber die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und auch sie empfingen ein jeder seinen Silbergroschen. Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er antwortete aber und sagte zu einem von ihnen: Mein Freund, ich tu dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir einig geworden über einen Silbergroschen? Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem letzten dasselbe geben wie dir. Oder habe ich nicht Macht zu tun, was ich will, mit dem, was mein ist? Siehst du scheel drein, weil ich so gütig bin? So werden Letzte Erste und Erste Letzte sein.

Liebe Gemeinde!

Ist das gerecht?!

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Predigt am 4.1.2015 (Lk 2,41-52)

Predigt zu Lk 2,41-52 (Ein fiktiver Brief von Josef)
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.

Liebe Gemeinde, der Predigttext steht heute bei Lk 2,41-52
Jesu Eltern gingen alle Jahre nach Jerusalem zum Passafest. Als er zwölf Jahre alt war, gingen sie auch hinauf nach dem Brauch des Festes. Und als die Tage vorüber waren und sie wieder nach Hause gingen, blieb der Knabe Jesus in Jerusalem, und seine Eltern wussten’s nicht. Sie meinten aber, er wäre unter den Gefährten, und kamen eine Tagereise weit und suchten ihn unter den Verwandten und Bekannten. Und da sie ihn nicht fanden, gingen sie wieder nach Jerusalem und suchten ihn. Und es begab sich nach drei Tagen, da fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern, wie er ihnen zuhörte und sie fragte. Und alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seinen Verstand und seine Antworten. Und als sie ihn sahen, entsetzten sie sich. Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Sohn, warum hast du uns das getan? Siehe, dein Vater und ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wisst ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist? Und sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen sagte. Und er ging mit ihnen hinab und kam nach Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen.

Liebe Gemeinde!
... und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Das kennen wir doch aus der Weihnachtsgeschichte. Obwohl Maria es nicht mit dem Verstand fassen kann, was alles mit Jesus geschieht, was er tut, was er sagt und was über ihn gesagt wird, mit dem Herzen, mit ihrem Gefühl ist sie ganz bei ihm, bewahrt sie alles. Allerdings frage ich mich, wie schon öfter, was eigentlich mit Josef ist, denn der kommt wieder mal nur am Rande vor. (Vielleicht geht es ihm da ja wie vielen Vätern in heutigen Familien auch?) Ich kann mir vorstellen, dass auch er sich so seine Gedanken gemacht hat, über Jesus, über das Leben des Jungen, der da unter seiner Obhut aufgewachsen ist. Vielleicht helfen uns ja die Gedanken von Josef weiter, in unserem Verständnis von Jesus. Deshalb und weil ich Josef auch mal gerne zu Wort kommen lassen möchte, stellen wir uns also vor, Josef berichtet in einem Brief von seinen Gedanken: Er könnte also schreiben:
Liebe Schwestern und Brüder im Jahre 2015!

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Predigt am Ewigkeitssonntag 2014 auf den Friedhöfen

Ansprache auf den Friedhöfen am Ewigkeitssonntag

Liebe Gemeinde,
es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlangkam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr Lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.
Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen.
Die Frau bückte sich ein wenig und fragte."Wer bist du?" Zwei fast leblos Augen blickten müde auf: "Ich? Ich bin die Traurigkeit"; flüsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war.
"Ach die Traurigkeit!", rief die kleine alte Frau erfreut aus, als würde sie eine alte bekannte begrüßen. "Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit mißtrauisch.

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Predigt am Buß- und Bettag 2014

Predigt zum Buß- und Bettag 2014
Friede sei mit euch. Von dem der da war und der da ist und der da kommt. Amen.

Liebe Gemeinde,
manchmal scheint die Uhr des Lebens still zu stehn,
manchmal scheint man immer nur im Kreis zu gehn,
manchmal ist man wie von Fernweh krank,
manchmal sitzt man still auf einer Bank.
Manchmal greift man nach der ganzen Welt,
manchmal meint man, dass der Glücksstern fällt,
manchmal nimmt man, wo man lieber gibt,
manchmal hasst man das, was man so liebt.

Dieses Lebensgefühl, das hier die Gruppe Karat besingt, das kennen bestimmt einige von Ihnen. Es ist das Gefühl, mit dem Leben in eine Sackgasse geraten zu sein. Nichts gelingt mehr. Man ist am Ende mit den Kräften, mit der Geduld, mit der Hoffnung darauf, dass sich noch etwas ändern wird. Manchmal scheint die Uhr des Lebens still zu stehn.

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Predigt am 16.11.2014 zu 2. Kor 5,1-10

Predigt zu 2. Kor 5,1-10 am 16. November 2014
vorletzter Sonntag im Kirchenjahr
Volkstrauertag
Liebe Gemeinde!
Wenn sie ihr Leben mit einem Haus vergleichen würden – was wäre das für ein Haus?! Ich meine jetzt nicht, was Sie sich für eins wünschen, sondern wie Sie es jetzt in diesem Moment empfinden. Als große Villa, mit Swimmingpool, Garten und Sauna? Oder wäre ihr Leben eher ein ganz funktionales Gebäude: Ein Bürohaus, mit lauter unterschiedlichen Arbeitsmöglichkeiten, Büros, Werkstätten vielleicht, usw. aber keiner Möglichkeit zum Entspannen...? Oder ist es eine Villa Kunterbunt, hier mal was angebaut, da mal was dazugekommen? Gibt es in diesem Haus viele Fenster und Türen und sind die offen oder geschlossen? Gibt’s da Gästezimmer? Oder gleicht es eher einem Einfamilienhaus mit einem kleinen Gärtchen dabei... ganz beschaulich und gemütlich, nichts Aufregendes...
Ich verrate jetzt nicht, mit welchem Haus ich mein Leben vergleichen würde, allerdings kommt mir das Leben oft viel eher vor wie eine Baustelle.

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